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Nachrichten rund ums Wetter

Juni 2020 vor allem im Norden und Osten warm und sonnig

Der erste Monat des meteorologischen Sommers war vor allem im Norden und Osten Deutschlands zu warm. In manchen Regionen lagen die Temperaturen um mehr als 2 Grad über den langjährigen Mittelwerten. Dort schien auch häufig die Sonne. Im Süden und Südwesten war der Juni 2020 dagegen von den Temperaturen her nur durchschnittlich. Auch die Sonnenscheindauer lag hier meist unter den 30jährigen Mittelwerten. Während der Monat im norddeutschen Tiefland und im Osten häufig zu trocken war, regnet es besonders von Hessen und Thüringen bis nach Bayern überdurchschnittlich viel.

Der Juni 2020 an deutschen Wetterstationen

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Siebenschläfer

Weit bekannt ist der Siebenschläfertag (27.06.). Viele Bauern- und Wetterregeln beschäftigen sich mit dem 27. Juni. Zum Beispiel regnet es am Siebenschläfertag, so regnet es sieben Wochen nach. Diese Regel ist allerdings nicht wortwörtlich zu nehmen. Entscheidend für das Sommerwetter ist nicht ein einziger Tag, sondern das Wetter im Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli. Stellt sich dann keine sommerliche Großwetterlage ein, so sieht es für das Sommerwetter bei uns eher schlecht aus und die Chancen für einen Mittelmeersommer sind nur gering. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent folgt auf zu nassen Tagen um Siebenschläfer ein zu nasser Sommer.

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Geostationäre Wettersatelliten

Wie die aktuelle Wolken- und Temperaturverteilung auf der Erde aussieht, lässt sich aus dem All mit den Wettersatelliten beobachten. Es gibt mehrere sogenannte geostationäre Wettersatelliten im All, die die Erde komplett abdecken, so dass man ein fast vollständiges Bild der Erdoberfläche erhält. Geostationär deshalb, weil sie sich in 36000 Kilometer Höhe mit der Erde mit drehen und daher praktisch über einem Punkt der Erde fest verankert scheinen. Der Vorteil bei diesem Satellitentyp ist, das man ständig Bilder der selben Region aufnehmen kann. Für Europa und für Afrika hat die ESA (European Space Agency) den Satelliten Meteosat entwickelt. Der Satellit rotiert ständig, und tastet die Erde Streifen für Streifen ab, bis ein komplettes Bild erstellt ist. Dieses wird dann zur Erde gefunkt, dort bearbeitet und anschließend wieder über den Satelliten zu den Nutzern weitergeleitet. Der Meteorologe kann dann die Bilder für Kurzzeitvorhersagen nutzen.

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Todestag von Roald Amundsen

Am 18. Juni 1928 starb der norwegische Polarforscher und Seemann Roald Amundsen bei einer Rettungsmission für den in Not geratenen italienischen Forscher Umberto Nobile. Amundsen zählt zu den erfolgreichsten Entdeckungsreisenden in Arktis und Antarktis. Mit vier Begleitern erreichte er am 14. Dezember 1911 als erster Mensch den Südpol. Zuvor hatte er in den Jahren 1903 bis 1906 als Erster die Nordwestpassage erkundet. Von 1918 bis 1920 durchquerte er auch die Nordostpassage, obwohl dies eigentlich nicht das Ziel seiner Expedition war.

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Hispaniola 1494: Erster durch Europäer beobachtete Hurrikan

Am 16.6.1494 wurde auf Hispaniola (zweitgrößte der Westindischen Inseln) wahrscheinlich der erste Hurrikan durch Europäer beobachtet und aufgeschrieben. Natürlich gab es auch schon vor diesem Termin Hurrikans. Aber Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt es nicht und mündliche Überlieferungen sind verloren gegangen. Untersuchungen von Sedimentablagerungen in Florida führten aber zu dem Ergebnis, dass es schon einige tausend Jahre vorher Hurrikans gegeben haben muss.

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Todestag des Physikers Rozier

Am 15. Juni 1785 kam der Physiker Jean-François Pilâtre de Rozier bei einem Ballonaufstieg mit seinem von ihm entwickelten Wasserstoff-Heißluftballon (der sogenannten Rozière) ums Leben. Beim Versuch den Ärmelkanal von Frankreich nach England zu überqueren entzündete sich der Wasserstoff und der Ballon stürzte mit ihm und einem Kollegen über dem Département Pas-de-Calais ab. Sie waren die ersten Todesopfer der Luftfahrt. Rozier forschte auf dem damals in der Physik neuem Gebiet der Gase. Ihm gelang zwei Jahre vor seinem Tod der erste historisch belegte bemannte Heißluftballonaufstieg. Nach ihm wurde der Mondkrater Pilâtre benannt und der Rozier-Gletscher in der Antarktis trägt seinen Namen.

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Geburtstag Meteorologe Johann Jakob Hemmer

Am 13. Juni 1733 wurde in Horbach (Rheinland-Pfalz) der Meteorologe und katholische Geistliche Johann Jakob Hemmer geboren. Er sorgte als Sekretär der Pfälzischen Meteorologischen Gesellschaft ab 1780 dafür, dass ein Messnetz von 39 Messstationen aufgebaut wurde. Dieses erstreckte sich von Neuengland über Grönland und Deutschland bis zum Ural. Schon damals machte er sich Gedanken über die Vergleichbarkeit von Messdaten und lies in allen Stationen dieselben Messinstrumente verbauen. Er entwarf eine Beobachter-Anleitung und führte die sogenannten "Mannheimer Stunden" ein, sodass an allen Messorten zur selben Zeit Daten erhoben wurden. Nach Hemmers Tod im Jahre 1790 verfiel das Beobachtungsnetz schrittweise, doch noch heute gelten seine Beobachtungsrichtlinien als Grundlage für moderne Messprinzipien.

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Vor 35 Jahren: Böen-Rekord auf der Zugspitze

Am 12. Juni 1985 wurde auf der Zugspitze in 2975 Metern ü. NN ein neuer Geschwindigkeitsrekord einer Windböe registriert. Ein dem Hang zugeneigter Staudruck-Windmesser verzeichnete ein Böenmaximum von 335 km/h. Nie zuvor wurde eine solch hohe Windgeschwindigkeit in Deutschland gemessen. Der weltweite Böen-Rekord außerhalb eines Tornados liegt übrigens bei 408 km/h, registriert auf Barrow Island, einer Insel Australiens.

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Zyklon im indischen Gujarat

Am 9.6.1998 wütete ein Zyklon im indischen Bundesstaat Gujarat (im äußerster Westen Indiens). Unzählige Gebäude wurden zerstört. Es gab über 100.000 Obdachlose. 3000 Menschenleben waren zu beklagen.

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Flint-Beecher Tornado 1953

Am 8. Juni 1953 wurde Michigan (USA) von einem schweren Tornado heimgesucht. Der Flint-Beecher Tornado zählt zu den F5-Tornados der Fujita-Skala und hinterließ eine 43 Kilometer lange Schneise der Verwüstung. Dabei kamen 116 Menschen ums Leben, über 800 wurden verletzt. Der Tornado richtete mit maximalen Windgeschwindigkeiten zwischen 400 und 500 km/h Schäden im Wert von 19 Millionen US-Dollar an. Benannt wurde er nach der Stadt Flint und deren Vorort Beecher, die am stärksten betroffen waren. Auch bei uns in Deutschland können Tornados auftreten. In der Regel sind sie aber bei weitem nicht so stark wie beispielsweise in den USA.

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Geburtstag Karl Ludwig Gronau

Am 7. Juni 1742 wurde der Berliner Pfarrer und Meteorologe Karl Ludwig Gronau geboren. Seit seinem 14. Lebensjahr arbeitete er in der Wetterforschung und gilt als Begründer der wissenschaftlichen Wetterbeobachtung in Berlin. Der sogenannte "Wetterpfarrer" zeichnete 70 Jahre lang, von 1756 bis zum 30. November 1826 regelmäßig Wetterbeobachtungen auf, die er ab 1774 auch durch Messungen mit Thermometer und Barometer ergänzte. Damit trug er einen großen Beitrag zum Zustandekommen der fast kontinuierlichen 300-jährigen Berliner Temperaturreihe bei. Er untersuchte auch Zusammenhänge zwischen den Wintern in Grönland und Deutschland. Er starb am 8. Dezember 1826 in Berlin.

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Wirbelsturm verwüstet im Jahr 1882 Bombay

Am 6. Juni 1882 traf ein Wirbelsturm, der über dem Arabischen Meer entstanden war, auf die Küste Indiens. Dabei wurden riesige Wellen in das Hafenbecken der schon damals sehr großen Stadt Bombay gedrückt. In der Folge starben mindestens 100.000 Menschen.

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Höchster je gemessener Taupunktswert

Die saudi-arabische Stadt Dhahran, am Persischen Golf gelegen, hält mit 35 Grad den Rekord für den höchste je gemessenen Taupunktswert. Der Taupunkt ist diejenige Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen muss, damit der in ihr enthaltene Wasserdampf zu kondensieren beginnt. So beträgt zum Beispiel bei 15 Grad Celsius und 50 Prozent relativer Feuchte der Taupunkt 4,6 Grad Celsius. Bei einer Feuchte von 100 Prozent entspricht der Taupunkt der aktuellen Temperatur von 15 Grad Celsius. Das Klima am Persischen Golf ist durch extrem heiße und feuchte Sommer charakterisiert, wobei die Temperaturen bis auf 50 Grad steigen können.

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Frühling 2020 in Deutschland etwas zu warm, sehr trocken und sehr sonnig

Das Frühjahr 2020 war bei uns in Deutschland insgesamt etwas zu warm. Die einzelnen Monate fielen aber recht unterschiedlich aus, so war der April deutschlandweit gesehen 2 Grad zu warm, der März 1 Grad zu warm und der Mai dagegen ein Grad zu kalt. Der Mai 2020 war damit auch der erste zu kalte Monat seit Mai 2019. Alle drei Monate im Frühjahr waren teils deutlich zu trocken, wobei der April der trockenste und der März der nasseste Monat war. Alle drei Frühlingsmonate brachten dazu viel Sonnenschein. Dabei war der April noch sonniger als der Wonnemonat Mai.

Daten für den Frühling 2020 an deutschen Wetterstationen

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Erhöhte Ozonwerte im Sommer

Ein wichtiges Thema in den Sommermonaten ist die Ozonbelastung. Das sogenannte bodennahe Ozon hat nur indirekt etwas mit dem Ozon in unserer Ozonschicht zu tun, die sich in Luftschichten oberhalb etwa 10 Kilometer Höhe befindet. Ozon kann bei entsprechenden Konzentrationen in der Luft zu Gesundheits- und Umweltschäden führen. Das bodennahe Ozon entsteht unter dem Einfluss von Sonnenlicht. Daher kommt es insbesondere bei einer längeren Perioden sonniger Tage in den Sommermonaten zu erhöhten Ozonwerten in den Nachmittagsstunden, die erst abends und nachts wieder zurückgehen. Das Ozon entwickelt sich u.a. aus Stickstoffoxiden, die bei uns überwiegend durch den Autoverkehr freigesetzt werden. Das Ozon greift in hohen Konzentrationen besonders die Lunge an. Allerdings reagieren nur etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung besonders empfindlich auf Ozon. Als eine Risikogruppe gelten Kleinkinder und Säuglinge. Körperliche Anstrengungen oder Aktivitäten steigern die Atmungsaktivität und damit die Ozonaufnahme. Daher sollten bei erhöhten Ozonwerten längere anstrengende körperliche Aktivitäten vor allem in den Mittags- und Nachmittagsstunden vermieden werden. Neben dem Menschen hat das Ozon auch eine schädigende Wirkung auf Tiere und auf Pflanzen. Bei Pflanzen kann es u.a. zur Schädigung von Blättern, zur Wachstumshemmung oder zu Ertragsverlusten kommen. Die Bevölkerung wird ab einem Grenzwert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft informiert und eine Empfehlung ausgesprochen, ab 360 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft wird gewarnt.

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Hochwasser Anfang Juni 2013

Sintflutartige Regenfälle führten Ende Mai und Anfang Juni 2013 zu einer der schwersten Hochwasserkatastrophen in Mitteleuropa. Extrem hohe Niederschlagsmengen wurden im Nordstau der Alpen sowie im Bereich vom Erzgebirge bis zu den Sudeten gemessen. Sieben Länder waren vom Hochwasser betroffen. Auch in Deutschland traten zahlreiche Flüsse über die Ufer. Weite Teile Süd- und Ostdeutschlands wurden überflutet. In 55 Landkreisen, vor allem in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wurde Katastropenalarm ausgerufen.

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Meteorologischer Sommerbeginn

Der Juni ist der erste Sommermonat im sogenannten meteorologischen Sommer, der die Monate Juni, Juli und August umfasst. Diese Einteilung in meteorologische Jahreszeiten hat Ihre Begründung in der klimatologischen Verarbeitung von Wetterdaten, wobei sich die Daten einfacher für komplette Monate berechnen lassen. Während der meteorologische Sommer schon am 01. Juni beginnt, ist der astronomische Sommeranfang erst am 20. Juni um genau 23.43 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit.

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