Nachrichten rund ums Wetter

Halbzeit-Bilanz August: Bisland deutlich zu warm und sehr sonnig

Der August brachte in den meisten Regionen Deutschlands bislang viel Sonnenschein. Oft wurden bis zur Monatsmitte schon rund zwei Drittel des Monatsdurchschnitts erreicht. Passend dazu lagen die Temperaturmittel deutlich über dem langjährigen Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010. In einigen Gebieten vor allem in der Osthälfte Deutschlands wurde ein Temperaturplus um oder über 5 Grad verzeichnet. Die geringsten Abweichungen wurden mit Werten zwischen 2 und 3 Grad an der Nordsee registriert. Regen ging erneut in sehr unterschiedlichen Mengen nieder. In einigen Regionen herrscht noch immer große Trockenheit mit kaum nennenswerten Regenmengen im August, in anderen Gegenden liegen die Niederschlagswerte im Soll oder sogar darüber.

Rückblick auf den bisherigen August 2018

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Geburtstag des Meteorologen Tor Bergeron

Am 15. August 1891 wurde Tor Bergeron geboren. Der schwedische Meteorologe entwickelte in seiner Promotionsarbeit zunächst theoretisch die Entstehung großer Tropfen in Wolken. Dabei halten sich bei Temperaturen von minus 10 bis minus 35 Grad zunächst unterkühlte Wassertropfen und Eiskristalle gleichzeitig in der Wolke auf. Nach Verdunsten der unterkühlten Wassertropfen schlägt sich der Wasserdampf an den Eisteilchen nieder. Diese wachsen an, "verkleben" mit weiteren Eisteilchen und werden schließlich so schwer, dass der Aufwind in der Wolke sie nicht mehr halten kann und sie zu Boden fallen. Liegt die Temperatur der Luft auf dem Weg zum Boden über 0 Grad, schmelzen die Eiskristalle und es fallen große Regentropfen. Wenn im Winter die 0-Grad-Marke nicht erreicht wird, schneit es. Walter Findeisen bestätigte Bergerons Ausführung später experimentell. Dieser ganze Vorgang ist als Bergeron-Findeisen-Prozess bekannt.

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NASA schickt neue Weltraumsonde zur Sonne

Am vergangenen Sonntag hat die amerikanische Weltraumbehörde NASA eine neue Weltraumsonde auf den Weg zur Sonne geschickt. Die "Parker Solar Probe" startete von Cape Canaveral in Florida. Sie soll die Atmosphäre der Sonne näher erkunden. Dabei wird sie sich unserem wichtigsten Himmelkörper bis auf 6 Millionen Kilometer nähern und muss einer Temperatur von mehr als 1300 Grad standhalten. Bislang war solch eine Nähe technisch nicht möglich. Die Forscher erhoffen sich auch neue Erkenntnisse über die sogenannten Sonnenwinde, um diese in Zukunft besser vorhersagen zu können. Kräftige Sonnenwinde können die Kommunikation mit Satelliten beeinträchtigen und sogar elektronischen Geräten auf der Erde schaden.

Weitere Informationen zur Parker Solar Probe in englischer Sprache (Quelle: NASA)

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Vor 49 Jahren: Driftfahrt im Golfstrom von Jacques Piccard

Im Jahr 1969 unternahm Jacques Piccard mit dem Forschungs-Tauchboot Ben Franklin eine Driftfahrt im Golfstrom. Mit an Bord waren mehrere wissenschaftliche Mitarbeiter. Ziel der Fahrt war vor allem die Erforschung der Tiefenströmung des Golfstroms, aber auch das Zusammenleben der Mannschaft auf engem Raum über mehrere Wochen hinweg wurde untersucht. An dieser Frage war vor allem die NASA interessiert. Die Expedition begann am 14. Juli in West Palm Beach, Florida und endete am 14. August 1969 etwa 500 Kilometer südlich von Nova Scotia, Kanada. Das Tauchboot hatte mit dem Golfstrom eine Strecke von 2400 Kilometern zurückgelegt. Die Ben Franklin ist seit 2002 als Museumsschiff im Vancouver Maritime Museum zu besichtigen.

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Höchste je in Deutschland registrierte 24-stündige Regenmenge

Am 12. August 2002 wurde in Zinnwald im Osterzgebirge mit 312 Litern Regen pro Quadratmeter die höchste je in Deutschland registrierte 24-stündige Regenmenge beobachtet. Die Ursache für die extremen Regenmengen war sehr feuchte Luft vom Mittelmeer, die sich über Sachsen abregnete. Zusätzlich kam es durch nördliche Winde zu Staueffekten am Erzgebirge. Die hohen Niederschlagsmengen in der gesamten Region führten im Anschluss zu dem verheerenden Elbehochwasser 2002. Die Elbepegel erreichten neue Rekordmarken, und die Schäden beliefen sich alleine in Deutschland auf fast 10 Milliarden Euro.

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Elbehochwasser 2002

Das verheerende Elbehochwasser 2002 wurde durch heftige Regengüsse in Tschechien Anfang August sowie im Erzgebirge und in Sachsen Mitte August ausgelöst. Dabei fiel im Erzgebirge in 48 Stunden verbreitet mehr als 200, örtlich sogar mehr als 400 Liter Regen pro Quadratmeter. Durch bereits im Juni und Juli in der Region gefallene hohe Regenmengen waren die Böden nass und konnten kaum noch Wasser aufnehmen. Die Elbepegel erreichten daraufhin neue Rekordmarken und die Schäden beliefen sich alleine in Deutschland auf fast 10 Milliarden Euro.

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Last Island Hurricane 1856

Am 10. August 1856 zieht ein Hurrikan über Lousiana hinweg. Dabei werden 400 Menschen getötet. Er war damit einer der tödlichsten Hurrikane in Lousiana. Das erste Mal wurde er am 8. August westlich von Florida beobachtet. Zu dem Zeitpunkt war er allerdings bereits ein Hurrikan. Damit dürfte seine eigentliche Entstehung weiter zurückliegen. Die Windgeschwindigkeit konnte nicht gemessen werden, man schätzt aber, dass Windgeschwindigkeiten um 240 km/h erreicht wurden. Damit war er mindestens ein Hurrikan der Kategorie 4, wenn nicht sogar Kategorie 5. Der Hurrikan teilte die vor der Küste Louisianas gelegene Barriereinsel "Last Island", ein beliebter Erholungsort, in mehrere Teile.

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August hat sehr warm begonnen

Durch die Hitze ist der August bislang im Vergleich zum langjährigen Mittel des gesamten Monats 5 bis 7 Grad zu warm, teilweise beträgt die Abweichung sogar mehr als 7 Grad. Die Niederschlagsbilanz fällt sehr unterschiedlich aus, vielerorts ist es bislang überwiegend trocken geblieben, in manchen Orten, so zum Beispiel in Neuruppin und Erfurt, haben Schauer und Gewitter allerdings auch bereits mehr als die Hälfte des Monatssolls an Regen gebracht. Die Sonnenscheindauer liegt meist leicht über dem Durchschnitt.

Aktuelle Monatswerte im August 2018

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Waldbrände in der Lüneburger Heide 1975

Im August 1975 brachen in der Lüneburger Heide die bisher größten Waldbrände in Deutschland aus. 7 Menschen kamen dabei ums Leben und fast 8000 ha Waldfläche wurden vernichtet. Erst nach 10 Tagen (Erster Brandtag 8. August, letzter Brandtag 17. August 1975) waren die letzten Brandherde gelöscht. Der Jahrhundert-Waldbrand wurde durch eine lange sommerliche Periode mit Hitze und großer Trockenheit begünstigt. Seit Mai hatte es in der Region kaum noch geregnet, und die dort vorhandenen Kiefernwälder waren stark ausgetrocknet. Außerdem gab es noch viel Reste des Sturmholzes des Orkans vom 13. November 1972 in den Wäldern.

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Hurrikan Hector über dem Pazifik

Über dem Ostpazifik hat sich in den letzten Tagen der Tropensturm Hector gebildet. Er hat sich mittlerweile zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt und sorgt für Windgeschwindigkeiten bis 225 km/h. Er befindet sich über offenem Meer und zieht mittlerweile auf dem Zentralpazifik in westliche Richtung. Auf seiner weiteren Zugbahn könnte er morgen die Inseln Hawaiis treffen oder streifen.

Aktueller Satellitenfilm Nordamerika mit Hurrikan Hector

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