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Extreme Wetterereignisse: wer haftet für Schäden?

Der Klimawandel - er ist hochumstritten. In einigen Ländern wird das veränderte Klima als normales Ereignis definiert, in anderen Staaten wird der menschliche Einfluss auf den Klimawandel anerkannt. Selbst unter renommierten Klimaforschern wird der direkte Zusammenhang zwischen extremen Wetterphänomenen und dem Klimawandel diskutiert. Ob nun vom Menschen verursacht oder nicht - das Klima hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Extreme Wetterphänomene mit schweren Auswirkungen sorgen für immer größere Schäden. Viele Privatverbraucher fragen sich, wer für ihren entstandenen Schaden haftet. Wie können sich die Bundesbürger vor den Folgen des Klimawandels schützen?

Mehr Hitzewellen und Regenfälle

In den letzten beiden Jahren stiegen die Thermometer in verschiedenen Städten und Gemeinden in Deutschland und in Europa in bislang unerreichte Höhen auf. Rekordtemperaturen von über 40 Grad waren in der Bundesrepublik lange Zeit nicht denkbar. Auf hohe Temperaturen, extremen Regenfällen und heftigen Hitzewellen müssen sich die Deutschen nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes für die Zukunft einstellen. Eine Epoche der Wetter- und Klimaextremen in Deutschland steht bevor. Meteorologen und Klimaforscher beobachten seit einiger Zeit eine Häufung extremer Wetterereignisse. Sie sind ein Indiz für den zunehmenden Klimawandel. Die durchschnittliche Temperatur in diesen Breitengraden ist seit 1881 um 1,4 Grad angestiegen. Bereits bei einer Erwärmung von einem Grad mehr kann die Luft 7 % mehr Wasser aufnehmen. Das sind gigantische Wassermengen, die in weiten Teilen Deutschlands immer wieder für Überschwemmungen sorgen.

Gemeinden wollen sich absichern

Die Folgen des Klimawandels werden zunehmend zu einer Belastung für die einheimische Wirtschaft. Landwirte verzeichnen Ernteausfälle, die Transportwirtschaft leidet ebenso unter extremen Temperaturen.

In Baden-Württemberg forderte der hiesige Landwirtschaftsminister Peter Hauck unlängst die Schaffung einer Mehrgefahrenversicherung. Damit möchte der Politiker der CDU sich gegen die extremen Wetterrisiken der Zukunft absichern. Die Versicherung soll nach dem Vorbild des deutschen Nachbarlandes Österreichs gestaltet werden. In der Alpenrepublik sowie in 17 weiteren Ländern der EU ist eine entsprechende Versicherung bereits Realität.

Schutz für Privatverbraucher

Die Kosten für verursachte Schäden durch Stürme, Hagel und Starkregen sind allein in Deutschland im Jahr 2018 auf rund 2,7 Milliarden Euro gestiegen. Die Kosten liegen vermutlich noch deutlich höher, da diese Summe nur die versicherten Schäden an Häusern, Hausrat und Industriebetrieben berücksichtigt.

Die meisten Schäden für Privatverbraucher entstehen durch Unwetterschäden an Gebäuden. Mit einer gewöhnlichen Wohngebäude- oder Hausratversicherung sind die Schäden durch Hagel oder Starkregen nicht ausreichend abgedeckt. Mit der Hausratversicherung können professionelle Schlüsseldienste bezahlt werden, die bei einem Einbruch das Türschloss reparieren. Das Öffnen von Türen, das Nachmachen von Schlüsseln oder das Auswechseln von Schlössern gehört zum Service von Schlüsseldiensten. Sie sind an 365 Tagen im Jahr und rund um die Uhr im Einsatz. Diese Kosten können unter Umständen von der Versicherung übernommen werden. Für Sturmschäden haftet die Hausratversicherung hingegen nicht.

Nur mit Zusatzbaustein versichert

Möchte sich der Hausbesitzer gegen Schäden durch extreme Wetterereignisse absichern, muss er eine zusätzliche Versicherung abschließen. Nur mit dem Zusatzbaustein „erweiterte Naturgefahren“ übernehmen die Versicherungen auch Schäden, die durch Starkregen oder Hochwasser entstehen.

Eine Übernahme der Schadenskosten durch den Staat ist nicht zu erwarten. Unlängst haben sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer zu einer Gesetzesänderung entschlossen. Von staatlicher Hilfe profitiert nur noch derjenige, der sich erfolglos um eine Versicherung bemüht hat. Wer sich schlichtweg nicht um einen ausreichenden Versicherungsschutz kümmert, darf nicht auf staatliche Hilfe hoffen.

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