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Extremwetter und die Gefahren für elektrische Anlagen

Bild von Abel Escobar auf Pixabay
Ereignisse mit extremem Wetter kommen immer häufiger vor. Experten sind sich weitestgehend einig, dass dies am Klimawandel liegt. Somit ist in Zukunft mit einem weiteren Anstieg von Extremwetterlagen zu rechnen. Solche Wetterszenarien stellen auch eine Gefahr für elektrische Anlagen dar. Diese befinden sich zum Teil im Außenbereich und sind somit den Naturgewalten direkt ausgesetzt.

Diese Wetterlagen sind besonders gefährlich für elektrische Anlagen

Elektrische Anlagen sind vor allem durch Feuchtigkeit gefährdet. Im Außenbereich gelten zwar strenge Vorschriften, was den Schutz von eindringender Nässe betrifft, doch gerade bei extremem Wetter kann es vorkommen, dass dennoch Feuchtigkeit in Systeme eindringt. Dies kann beispielsweise bei einem Starkregen mit Sturm der Fall sein. Durch unnormal hohe Regenmengen in Kombination mit starkem Wind wird die Nässe in Bereiche getragen, in denen unter normalen Umständen keine Feuchtigkeit in dieser Menge hingelangt.

Eine weitere Bedrohung für elektrische Anlagen sind schwere Stürme mit Hagel. Besonders hiervon betroffen sind Photovoltaikanlagen. Die Zahl dieser Systeme nimmt immer weiter zu. Gleiches gilt für extremes Wetter mit Hagel. Von kleineren Hagelkörnern geht in der Regel keine Gefahr für die Module aus. Handelt es sich jedoch um große Hagelkörner, können diese die Oberfläche der Module beschädigen und somit auch das ganze System zum Ausfall bringen.

Probleme in elektrischen Anlagen nach Extremwettersituationen identifizieren

Nach einer Extremwetterlage ist es wichtig, die Geräte vor der Inbetriebnahme zu überprüfen. Dies gilt besonders für elektrische Anlagen, die sich im Außenbereich befinden und so den Naturgewalten direkt ausgesetzt waren. Eine Sichtkontrolle ist der erste Schritt. Bei Modulen der Photovoltaikanlage lassen sich größere Beschädigungen der Oberfläche nach Hagel oft gut erkennen. Anders sieht dies bei Haarrissen aus. Diese extrem kleinen Risse sind auch langfristig eine Gefahr. Teilweise funktioniert die PV-Anlage zunächst wie gewohnt. Kleine Mengen Feuchtigkeit können jedoch in die Haarrisse eindringen und beispielsweise im Winter durch Gefrieren dafür sorgen, dass der Riss sich weitet. Dann dringt mehr Nässe ein und erzeugt Monate später ohne Vorwarnung einen Kurzschluss.

Für Unternehmen gelten diesbezüglich strengere Vorschriften bei der Prüfung elektrischer Betriebsmittel. Hier schreibt die DGUV Vorschrift 3 regelmäßige Kontrollen von elektrischen Anlagen durch geprüfte Fachbetriebe vor. Die Unfallversicherung reguliert diese Prüfungen, die in einem Abstand von 12 oder 24 Monaten durchgeführt werden müssen. Die Fachbetriebe, die diese Prüfungen nach DGUV V3 durchführen, kontrollieren jedes elektrische System innerhalb eines Unternehmens. Dabei schreibt die BGV A3 nicht nur Sichtprüfungen, sondern auch Funktionskontrollen und die Messung des Isolationswiderstandes vor. Bei solchen Prüfungen fallen somit auch Beschädigungen auf, die durch Extremwettersituationen an Außenanlagen entstanden sind, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.

Unternehmen erhalten einen Nachweis über die Prüfung nach der DGUV A3. Dies ist wichtig, um gegenüber Versicherungen nachzuweisen, dass die Anlagen geprüft und in einem guten Zustand waren. Ansonsten droht im Schadensfall der Verlust des Versicherungsschutzes.

Mögliche Folgen von mangelnder Sicherheit in elektrischen Anlagen

Extremwetter kann eine Reihe von Schäden in elektrischen Anlagen hervorrufen. Besonders häufig kommt es zu einem Kurzschluss, der durch Feuchtigkeit hervorgerufen wird. Dieser kann temporär sein und sich selbst beheben, wenn das Wasser abläuft oder abtrocknet. Somit wird ein solches Problem eventuell gar nicht bemerkt, wenn es bei Nacht auftritt und der Verbraucher nicht in Betrieb war. Auf lange Zeit kann es dennoch zu Problemen durch Korrosion oder Rost kommen. Ein häufiges Ergebnis von mangelnder Sicherheit sind Feuer. Viele der rund 200.000 Brände in Deutschland sind auf Fehlfunktionen in elektrischen Anlagen zurückzuführen. Korrekte Wartung und Kontrollen helfen, solche Brände zu vermeiden.

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