Gebietsmittel
Monatswerte für Deutschland
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst
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Zeitraum TemperaturTemp. NiederschlagNieder-
schlagSonnenscheinSonnen-
schein- Mittel
- Abw.
- Summe
- Abw.
- Summe
- Abw.
2026 / 03 - 6,3
- +2,8
- 35,9
- 64%
- 188,7
- 170%
2026 / 02 - 2,8
- +2,4
- 71,8
- 145%
- 55,8
- 78%
2026 / 01 - -0,8
- -0,3
- 44,8
- 74%
- 64,5
- 148%
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Zeitraum TemperaturTemp. NiederschlagNieder-
schlagSonnenscheinSonnen-
schein- Mittel
- Abw.
- Summe
- Abw.
- Summe
- Abw.
2026 / 03 - 6,3
- +2,1
- 35,9
- 61%
- 188,7
- 170%
2026 / 02 - 2,8
- +2
- 71,8
- 148%
- 55,8
- 77%
2026 / 01 - -0,8
- -1
- 44,8
- 73%
- 64,5
- 137%
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Zeitraum TemperaturTemp. NiederschlagNieder-
schlagSonnenscheinSonnen-
schein- Mittel
- Abw.
- Summe
- Abw.
- Summe
- Abw.
2026 / 03 - 6,3
- +2
- 35,9
- 56%
- 188,7
- 166%
2026 / 02 - 2,8
- +1,9
- 71,8
- 131%
- 55,8
- 74%
2026 / 01 - -0,8
- -1,2
- 44,8
- 68%
- 64,5
- 126%
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Zeitraum TemperaturTemp. NiederschlagNieder-
schlagSonnenscheinSonnen-
schein- Mittel
- Abw.
- Summe
- Abw.
- Summe
- Abw.
2026 / 03 - 6,3
- +1,7
- 35,9
- 63%
- 188,7
- 149%
2026 / 02 - 2,8
- +1,3
- 71,8
- 135%
- 55,8
- 74%
2026 / 01 - -0,8
- -1,7
- 44,8
- 69%
- 64,5
- 125%
Was bedeuten die Werte?
Die Tabellen zeigen die Monatswerte für Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein.
Bei der Temperatur wird unter der Spalte "Mittel" die gemessene mittlere Temperatur des Monats, unter der Spalte "Abw." die Abweichung der Temperatur zum Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990, 1971 bis 2000, 1981 bis 2010 oder 1991 bis 2020 (rote Einfärbung für Abweichungen über und blaue Einfärbung für Abweichungen unter dem 30 jährigen Mittelwert) angegeben.
Beim Niederschlag wird in der Spalte "Summe" die gemessene Niederschlagssumme des Monats in Liter pro Quadratmeter und unter "Abw." die prozentuale Niederschlagssumme im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990, 1971 bis 2000, 1981 bis 2010 oder 1991 bis 2020 (Mittelwert = 100 Prozent) angezeigt. Werte unter 80 Prozent werden dabei in der Farbe rosa, Werte zwischen 80 und 120 Prozent in schwarz, Werte größer als 120 Prozent in grün dargestellt.
Beim Sonnenschein wird in der Spalte "Summe" die registrierte Sonnenscheindauer des Monats in Stunden und unter "Abw." die Abweichung der Sonnenscheinstunden (in Prozent) im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990, 1971 bis 2000, 1981 bis 2010 oder 1991 bis 2020 (100 Prozent) angezeigt. Werte unter 80 Prozent werden dabei in grau, Werte zwischen 80 und 120 Prozent in schwarz, Werte größer als 120 Prozent in rot dargestellt.
Wer heute eine Wetter-App öffnet, bekommt Temperatur, Niederschlag und Windstärke in Echtzeit. Vor 800 Jahren sah das anders aus. Dennoch wissen wir einiges über das Klima im mittelalterlichen Deutschland. Chronisten, Mönche und Stadtschreiber haben Extremereignisse festgehalten. Dazu kommen Baumringe, Eisbohrkerne und Seesedimente, die als natürliche Archive dienen.
Zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert erlebte Mitteleuropa eine Phase überdurchschnittlich milder Temperaturen. In der Forschung spricht man von der Mittelalterlichen Warmzeit. Die Durchschnittstemperaturen lagen nach aktuellen Rekonstruktionen etwa 0,5 bis 1 Grad Celsius über dem Mittel der folgenden Jahrhunderte.
Für die Landwirtschaft bedeutete das längere Vegetationsperioden. Weinbau war bis nach Norddeutschland und sogar in Teile Südenglands verbreitet. In den Alpen lagen die Baumgrenzen höher als heute, und Gebirgspässe waren länger im Jahr passierbar.
Das mildere Klima begünstigte auch die Besiedlung neuer Gebiete. Rodungen und Stadtgründungen nahmen zu, besonders im Osten des heutigen Deutschlands. Auch bei der Gründung der Stadt Dresden im 12. Jahrhundert spielten die günstigen klimatischen Bedingungen eine Rolle: Siedler fanden fruchtbares Land im Elbtal, das sich für Ackerbau und Handel gleichermaßen eignete.
Trotz der insgesamt milden Phase blieb das Wetter unberechenbar. Mittelalterliche Chroniken dokumentieren zahlreiche Extremereignisse.
Die Magdalenenflut von 1342 gilt als eines der schlimmsten Hochwasser in der europäischen Geschichte. Laut Überlieferungen stieg das Wasser an Main, Rhein, Mosel und Elbe auf Höhen, die bis heute nicht wieder erreicht wurden. Die Erosionsschäden waren so massiv, dass Geologen die Spuren noch heute im Boden nachweisen können.
Im Winter 1076/77 fror der Rhein vollständig zu. Menschen überquerten den Fluss zu Fuß. Strenge Frostperioden kehrten im Mittelalter immer wieder und führten zu Ernteausfällen und Hungersnöten. Besonders der Winter 1431/32 ging als einer der kältesten überhaupt in die Annalen ein.
Dürren traten ebenfalls auf. 1137 und 1183 verzeichnen Quellen schwere Trockenheit, die zu Missernten und steigenden Getreidepreisen führte.
Ab dem späten 13. Jahrhundert setzte ein Klimawandel ein, der sich über Jahrzehnte hinzog. Die Temperaturen sanken, Gletscher in den Alpen wuchsen, und die Vegetationsperioden verkürzten sich. In der Klimaforschung wird dieser Zeitraum als Beginn der sogenannten Kleinen Eiszeit eingeordnet.
Die Auswirkungen waren spürbar: Weinanbau verschwand aus vielen Regionen Norddeutschlands. Ernteausfälle häuften sich. Die große Hungersnot von 1315 bis 1317 traf weite Teile Europas und forderte nach Schätzungen Hunderttausende Opfer.
Moderne Klimarekonstruktionen stützen sich nicht allein auf schriftliche Quellen. Dendrochronologie, also die Analyse von Baumringbreiten, liefert präzise Daten zur Temperatur und Niederschlagsverteilung einzelner Jahre. Eisbohrkerne aus Grönland geben Aufschluss über die Zusammensetzung der Atmosphäre. Seesedimente und Pollenanalysen ergänzen das Bild.
Der Vergleich dieser Daten mit den systematisch erfassten Wetterrekorden seit dem 18. Jahrhundert hilft dabei, langfristige Klimamuster zu erkennen und heutige Entwicklungen einzuordnen.
Das Klima im Mittelalter war alles andere als statisch. Warmphasen und Kälteeinbrüche wechselten sich ab und prägten Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung und den Alltag der Menschen. Wer sich für Wettergeschichte interessiert, findet in den Aufzeichnungen jener Zeit erstaunlich detaillierte Beschreibungen, die zeigen, wie sehr das Wetter schon vor Jahrhunderten das Leben bestimmte.


