Unwetter über Japan

Am 18.07.17 überquerte die ISS die japanische Südinsel Kyushu kurz nach Sonnenaufgang. Während die Sonne in Mitteleuropa schon längst untergegangen war bot sich den Astronauten über Japan ein spektakulärer Anblick. Zu sehen war ein riesiges Gewittersystem, das über Kyushu und dem Pazifischen Ozean wütete. Dabei bildete sich ein gewaltiger Wolkenschirm aus, der einen Durchmesser von über 500 km hatte. Er entstand in etwa 14 km Höhe an der Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre, den unteren beiden Atmospährenschichten. Dort können die Aufwinde der Gewitter nicht weiter aufsteigen, da jedoch immer weiter Luft von unten nachkommt, kann sie nur zur Seite ausweichen und es bildet sich ein enormer Wolkenschirm aus. Die besonders kräftigen Aufwinde stießen jedoch über diese Grenze hinaus und sind im Video als kleine Erhebungen über dem Wolkenschirm zu sehen, die zum Teil auch kurze Schatten werfen. Sie zeigen die besonders heftigen Gewitter an. So es kam verbreitet zu Starkregen und Sturmböen, die zum Teil auch Schäden anrichteten. Die Aufwinde des Gewittersystems verhalten sich so ähnlich wie die Blasen in kochendem Wasser und so wird die Wolkenoberseite in Wellenbewegungen versetzt. Diese sogenannten Schwerewellen traten fast über den gesamten Wolkenschirm auf und sind eindrucksvoll im Video zu sehen. Aufgrund der großen Höhe war der Wolkenschirm außerdem extrem kalt und erreichte Temperaturen von unter -80°C.

Copyright: NASA / Columbus Eye

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