Unwetter mit Tornados über den USA

Am 27. Mai 2017 gab es in den USA eine Serie schwerer Unwetter, die zum Teil starke Verwüstungen mit sich brachten. Die ISS überflog dieses Gebiet kurz vor Sonnenuntergang. Aufgrund der Zeitverschiebung war es in Mitteleuropa jedoch bereits 03:03 Uhr in der Nacht.

Auf dem Flug nach Nordosten sind deutlich die ovalen Wolkenschirme der Gewitter zu sehen. Sie bildeten sich in etwa 13 km Höhe, an der Grenze zwischen den unteren beiden Atmosphärenschichten. Dort kann die feucht-warme Luft, die in starken Aufwinden nach oben transportiert wurde, nicht weiter aufsteigen. Da die Aufwinde jedoch immer weiter Luft nach oben transportieren, muss sich die Luft in einem flachen Wolkenschirm ausbreiten. Aufgrund der großen Höhe kühlt sich die Luft extrem ab, so erreichten die Wolkenoberseiten Temperaturen von deutlich unter -70°C.

Auf den Wolkenschirmen sind Ausbuchtungen zu erkennen, die nochmals ein paar Kilometer höher sind, und ihre Schatten auf die Wolkenschirme werfen. Diese werden Overshooting Tops genannt und zeigen die Bereiche an, in denen die Aufwinde so stark sind, dass sie die untere Atmosphärenschicht durchstoßen und bis in die Stratosphäre schießen. Ähnlich wie bei kochendem Wasser sinken diese Bereiche schnell wieder ab, bevor ein erneutes Überschießen stattfindet. Dabei entstehen Wellenbewegungen, die sogenannten Schwerewellen. Sie sind am rechten Rand des ersten Wolkenschirms gut zu sehen. Dieser Wolkenschirm erreichte einen Durchmesser von etwa 300 km.

Der Niederschlagsbereich des Gewitters war zwar deutlich kleiner, mit einem Durchmesser von 50 km aber auch nicht gerade klein. Während des Überflugs fiel dort stellenweise sehr großer Hagel, der etwa die Größe von Tennisbällen erreichte. Direkt hinter diesem großen Wolkenschirm ist die Entstehung eines weiteren zu sehen. Dieses Gewitter brachte 20 Minuten später einen Tornado hervor, der jedoch glücklicherweise keine Schäden anrichtete. Insgesamt gab es jedoch 10 bestätigte Tornados an diesem Tag, die zum Teil auch Schäden anrichteten. Außerdem brachten viele der Gewitter großen Hagel und Sturmböen bis 100 km/h hervor.

Copyright: NASA / Columbus Eye

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