Hurrikan Irma vor Kuba

In der vergangenen Woche tobte der ungewöhnlich starke Hurrikan Irma in der Karibik und in Florida, wo der Sturm sich aktuell noch befindet. Auch von der ISS aus war der gewaltige Wirbelsturm zu sehen. So zeigt die Aufnahme vom 8. September den Sturm bei Kuba. In der Wolkenstruktur ist die Rotation des Sturms deutlich zu erkennen, sowie das nahezu windstille Auge. Die sogenannte Eyewall umgibt das Auge, es ist ein Bereich mit starken Aufwinden und heftigem Regen, sowie dem stärksten Sturm. Zum Zeitpunkt der Aufnahme rasten hier die Winde mit einer Geschwindigkeit von weit über 200 km/h um das Auge. Dort befand sich die kleine Insel Ragged Island, wo der Sturm schwere Schäden anrichtete. Glücklicherweise wurden alle 70 Bewohner rechtzeitig evakuiert.

Irma entstand bereits am 30. August, als weit draußen auf dem Atlantik der Luftdruck in einem großen Bereich mit kräftigen Gewittern sank und dabei die Windgeschwindigkeit Sturmstärke erreichte. Zunächst war Irma noch ein tropischer Sturm mit Windgeschwindigkeiten um 110 km/h. Einen Tag nach der Entstehung fand dann jedoch über dem warmen Ozean, der den Sturm mit Energie versorgte, eine sehr schnelle Intensivierung statt. In nur 12 Stunden stieg die Windgeschwindigkeit von 110 km/h auf 185 km/h und so wurde Irma in kürzester Zeit von einem tropischen Sturm zu einem schweren Hurrikan der Kategorie 3. Am 5. September erreichte er dann mit Windgeschwindigkeiten um 280 km/h die höchste Kategorie der Hurrikan-Skala (Kategorie 5).

Das war jedoch nicht die höchste Windgeschwindigkeit, die der Sturm im Laufe seines Lebens erzeugte. In der Nacht zum 6. September wurden mittlere Windgeschwindigkeiten bis rund 300 km/h registriert. Und das nicht nur kurzzeitig, denn diese enorme Windgeschwindigkeit behielt er 37 Stunden lang bei - als erster tropischer Wirbelsturm überhaupt für eine so lange Zeit. Die Windböen von Irma erreichten sogar Werte bis zu 360 km/h.

Als Irma die stärkste Intensität erreichte, traf der Sturm auf mehrere Karibikinseln, darunter Sint Maarten und die Britischen Jungferninseln, wo katastrophale Schäden angerichtet wurden und tragischerweise auch Menschen starben.

Nach dem Überflug der ISS über Irma erreichte der Sturm in der Nacht zum 9. September Kuba mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h, wo weitere starke Schäden angerichtet wurden. Irma schwächte sich über Kuba etwas ab und drehte nach Norden. Nun lag Florida auf dem Weg des Sturms. Gestern (10. September) erreichte Irma zunächst die Florida Keys mit Windgeschwindigkeiten bis zu 215 km/h. Damit ist Irma der zweite Hurrikan, der innerhalb von zwei Wochen amerikanisches Festland erreichte. Zum ersten mal trafen überhaupt in einem Jahr zwei Hurrikane der Kategorie 4 auf die USA. Auch in Florida wurden starke Schäden durch den Wind, aber vor allem auch durch eine starke Sturmflut ausgelöst.

Mittlerweile hat sich Irma zu einem tropischen Sturm abgeschwächt und wird sich in den nächsten Tagen über dem Festland weiter abschwächen und langsam auflösen.

Das Video läuft mit doppelter Geschwindigkeit.

Copyright: NASA / Columbus Eye

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